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Faszination Berge - mit dem Alpenverein wird die Bergwelt für Jeden zum Erlebnis

Die Sektion Schorndorf/Backnang des Alpenvereins lädt Sie ein, sich umfassend über unser Programm und unsere Aktivitäten zu informieren. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern auf unserer Website. Sie haben Fragen und Anregungen? Rufen Sie uns an oder schicken uns eine Nachricht. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ihre DAV-Sektion Schorndorf mit Bezirksgruppe Backnang

Erwartungsfroh und abenteuerlustig begab sich die 2 + 4 - gemischte Gruppe nach Südtirol zum Rif. Selvapiana Lunelli, wo auch geparkt werden konnte, um von dort in ca. 1 Stunde zum Rif. Berti aufzusteigen. Die Fahrt verlief ohne Probleme und das Wetter ließ klettersteigtechnisch keine Wünsche übrig.

 

Ehrfürchtig standen wir am nächsten Morgen vor der gewaltigen Wand des Monte Popera mit der 600 m hohen Ferrata Roghel mit der Einstufung 4 -5. 6 ½ - 7 Stunden sind im Klettersteigführer bis zur nächsten Unterkunft, dem Rif. Carducci, angegeben, wenn man die gleich anschließende Via Ferrata Cengia Gabriella, einen leichten Klettersteig dazu nimmt. Also früh raus und los. Die Ferrata Roghel ist ein klassischer Klettersteig, der gelegentlich sehr viel Kraft erfordert, umso mehr, als unsere Rucksäcke durch die Mehrtagestour etwas schwerer waren als dies am Klettersteig üblich ist. Mit etwas Hilfe kamen alle Kletterer an der Forc. Piccola di Stalata auf 2650 m an. Der Abstieg, ebenfalls gesichert, sehr geröllig und etwas mühsam. Nach Querung einer Geröllhalde dann die angenehmere Cengia Gabriella, bei der zum Schluß eine sehr lange, abschüssige, nur mit Seilen gesicherte Schneerinne begangen werden mußte, um dann noch einmal ca. 150 m zur Carducci-Hütte aufzusteigen. Die Tour war bis dahin sehr lang, anstrengend und kräfteraubend. Bis hierhin waren mehr als 11 Stunden vergangen, was übereinstimmend mit anderen, noch fitteren Tourengehern bei weitem nicht mit den offiziellen Zeitangaben übereinstimmte. So entschlossen wir uns spontan, unser Tagesziel von der Zsigmondy- Hütte zur nicht ganz vollen Carducci-Hütte zu verlegen. Somit waren alle TeilnehmerInnen am Abend auf der Hütte wieder mit sich und der Welt zufrieden.

 

Der 3. Tag diente dann etwas der Erholung. Unsere tapferen Frauen fanden den direkten Weg zur Zsigmondy- Hütte, die nach ca. 1 Stunde erreicht wurde. Danach genossen die beiden die Sonne und erlebten nach ihren Aussagen einen sehr entspannten Gebirgstag, derweil die allein gelassenen Männer den neuen Klettersteig ( bisher ohne Namen ) von der Carducci-Hütte zur Büllelejoch-Hütte beschritten, eine höchst vergnügliche Angelegenheit ohne Herzklopfen. Einkehr und Entspannung dann vor der lieblichen Büllelejoch-Hütte mit sehr viel Publikum, die Riesenportion Sahne zum Apfelstrudel gigantisch. Beim Abstieg zur Zsigmondy-Hütte nahmen uns unsere Damen auf halber Strecke wieder in Empfang. Die Hütte war proppenvoll belegt, doch hatten wir ja 2 Tage reserviert und damit unser 6-Bett-Zimmer sicher.

 

Am letzten Tag trennten sich teilweise unsere Wege. Beta suchte von nun an die `Einsamkeit` und nahm Teile des Dolomitenhöhenweges 4 in Richtung Drei-Zinnen-Hütte unter die Füße. Renate hatte leichte Knieprobleme, wollte ihre zahlreichen weiteren Unternehmungen nicht gefährden und stieg daher direkt zum Fischleinboden Richtung Sexten ab, wo wir uns an der Talstation wieder treffen wollten. Wir aber, die Männer, mußten ja zurück zu den Autos bei der Lunelli-Hütte, und so genossen wir noch einmal den einfachen, lustvollen Alpinisteig bis zur Elferscharte, wobei die immer noch vorhandenen Reste der Kriegsstellungen Verwunderung auslösten. Dann noch einmal Klettersteig pur in der Via Ferrata Zandonelli ( K 3 ), die an der Sentinella-Scharte am höchsten Punkt unserer Tour auf 2717 m endet. Dort wieder eine komplett erhaltene Stellung, die wohl auch restauriert wurde. Der Beginn des Abstiegs zur Berti-Hütte ist grauenhaft kleinkieselig auf festem Untergrund ohne Wegespur, teilweise auch grobkörniger zum Abfahren. Nach 6 ½ Stunden waren wir erlöst und es mußte nur noch zum Rif. Lunelli abgestiegen werden, wo wir unsere Autos im schattigen Wald geparkt hatten.

 

Zur großen Freude trafen wir nach kurzer Fahrt Renate wieder in Sexten, wo wir uns noch einmal mit Kaffee, Kuchen und Salaten stärken konnten. Danach trennten sich unsere Wege endgültig. Die Heimfahrt war dann für beide Autos sehr angenehm. Es schien, als ob an diesem Mittwochabend auf allen Straßen Fahrverbot gälte, so wenige Autos wie selten. So fand diese tolle Klettersteigausfahrt in einer faszinierenden Bergwelt, die auch etwas Improvisation und ungewöhnliche Fähigkeiten abverlangte, ihr "schnelles" Ende.

Karl Ostermann 

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