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Faszination Berge - mit dem Alpenverein wird die Bergwelt für Jeden zum Erlebnis

Die Sektion Schorndorf/Backnang des Alpenvereins lädt Sie ein, sich umfassend über unser Programm und unsere Aktivitäten zu informieren. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern auf unserer Website. Sie haben Fragen und Anregungen? Rufen Sie uns an oder schicken uns eine Nachricht. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ihre DAV-Sektion Schorndorf mit Bezirksgruppe Backnang

Nach einer kurzweiligen Fahrt über Zürich und Schwyz empfängt uns ein nebelverhangener Sustenpaß. Es nieselt auch noch leicht, so daß wir mit dem Aufstieg vom Parkplatz Umpol (2100 m) zur Tierberglihütte (2795 m) noch warten müssen. Erst gegen Abend zeigt sich der Gipfel des Sustenhorns zaghaft durch Wolkenlücken. Die Hütte ist knallevoll, hat aber auch nur 70 Schlafplätze. Die Nacht zeigt sich sternenklar. Das angekündigte strahlende Bergwetter kann kommen.

Weil's sehr heiß werden soll, stehen wir schon vor 5 Uhr auf, frühstücken und legen bereits an der Hütte unser Klettergeschirr an, da der Gletscher keine 50 m von der Hütte entfernt beginnt. Das Sustenhorn (3503 m) vor Augen, starten wir um 6.15 Uhr. Wie wir später feststellen, sind wir an diesem Tag die einzigen Gipfelstürmer. Bei strahlendem, wolkenlosen Wetter erreichen wir nach 2 ½ Stunden den Gipfel. Wir haben eine grandiose Rundumsicht, von der Bernina im Osten bis zum Matterhorn im Westen, in der Nähe den Brienzer See. Wir können uns nicht satt sehen und bleiben deshalb über eine Stunde am Gipfel. Das Gipfelkreuz ziert eine Eisfahne, die sich vor einer Woche bei Schnee, Regen, Kälte und viel Wind gebildet hat, gigantisch. Erst beim Abstieg begegnen uns zwei junge Männer, die, wie wir später beim Abstieg mitbekommen, mit Gleitschirmen den Abstieg vermeiden. Gegen 13 Uhr sind wir wieder auf der Hütte. Ruhepause, Terrassenleben genießen.

Da gibt es aber auch noch einen Klettersteig vom Parkplatz zur Hütte. Um die Zeit bis zum Abendessen zu nützen, eilten drei von uns sieben ins Tal zum Parkplatz, holten die Klettersteigsets aus den Autos, und genossen ihrerseits einen recht ansprechenden Klettersteig bis kurz vor der Hütte, um dann nahtlos zur Abendmahlzeit überzugehen. Lange nach dem Abendessen regnet´s auch ein bisschen, trotzdem ein traumhafter Tag.

Der nächste Tag beginnt eine viertel Stunde später. Ziel ist der Westgrat des Gwächtenhorns (3420 m), der Aufstieg über den vorgelagerten Gletscher beginnt unmittelbar gegenüber der Hütte. Der Einstieg zum Westgrat liegt etwa auf 3320 m, es liegen also ca. 100 hm anregende Gratkletterei bis zum 3. Grad auf dem Weg zum Gipfel vor uns, der wieder vollkommen schneebedeckt ist. Auch dort verweilen wir im strahlenden Sonnenschein und viel näher zum Matterhorn, mehr als eine Sunde und chillen. Wir werden doch von den Berggöttern verwöhnt. Es wird jetzt schon sehr warm und der Schnee schmilzt. Also treten wir beizeiten über den Normalweg des Steigletschers den Rückweg an. Wir sind schon gegen 12.30 Uhr auf der Hütte, der Nachmittag auf der Terrasse kann beginnen. Kaffee, Kuchen mit viel Sahne ist Pflicht und verkürzt die Zeit. So haben wir uns eine Bergfahrt vorgestellt.

Am 4. Und letzten Tag noch ein kleiner Abstecher zum nahen Hausberg, dem Vorder Tierberg (3091 m), ebenfalls nur über Gletscher zu erreichen. Nach der Rückkehr zur Hütte ein zweites Frühstück, endgültig Rucksack packen und ab ins Tal zum P Umpol.

Die Fahrt über den Sustenpaß (2224 m) genießen wir sehr, denn jetzt erst sehen wir die herrliche Landschaft mit Gletscherzungen, die bis ins Tal reichen. Auch der weitere Weg zurück entlang von Urner See und Zuger See offenbart eine Bilderbuchlandschaft, in der man leben möchte. Doch die Fahrt geht weiter und so sind wir am frühen Abend zurück in der Heimat. Unvergessliche Tage in einer grandiosen Gletscherlandschaft gehen zu Ende.

Karl Ostermann