Vor der Jugendherberge in Riva

Eine abenteuerliche Fahrt auf kleinsten, kurvenreichen Sträßchen ins Monte Baldo-Gebiet war der Auftakt unserer Klettersteigausfahrt an den Gardasee nach Riva. Vergebens – denn der notwendige Lift war nach 2-jähriger Stilllegung immer noch nicht wieder in Betrieb. Des-halb zurück nach Arco, um den Sentiero attrezzato Colodri ( K 2 ) anzugehen. So war dem 1. Tag doch noch ein versöhnlicher Abschluß beschieden. Die Jugendherberge inmitten der Altstadt von Riva war dieses Mal voll belegt, exotische 7 ältere Herrschaften inmitten des hoffnungsvollen Nachwuchses aus zahlreichen Ländern Europas.

 

Schon der 2. Tag stellte unsere Gruppe auf eine heiße Probe. 30 ° C im Schatten und dann die lange Wand vor Riva, mit den zahlreichen, bis zu 40 m hohen Leitern der Via dell`Amici-cia ( K 2 ) auf die Cima SAT ( 1246 m ). Aber dann der Tiefblick nach Riva, den See und das ganze Sarca-Tal. Die bewirtschaftete Burgruine hoch über Riva war dann der ideale Ort, um verlorene Flüssigkeit wieder auszugleichen. Bevor abends dann das Essen anstand in einem der zahlreichen Restaurants war noch eine Runde Baden angesagt.

 

Am 3. Tag bedurfte es einer längeren Anfahrt nach Avio an der Ostseite des Monte Baldo. Die Temperaturen hatten sich noch einmal erhöht, der Anstieg zum Einstieg war etwas kür-zer und meist im Wald gelegen, aber dennoch sehr schweißtreibend. Dann klassische Klettersteigeinlagen in sonniger Steilwandlage. Daher war auch dieser Sentiero attrezzato Gerardo Sega ( K 2-3 ) top, ebenso ein Teil des Rückweges, bevor dann der letzte Teil des steinigen Abstiegs vor uns lag und etwas mühsam war. Dann, was schon? Ein ausgiebiges Baden im See, Essen gehen, als es nicht mehr so heiß war in den engen Gäßchen und eine entspannte Schlummerrunde an der Uferpromenade mit Unterhaltung durch unsere musikalischen Mitbewohner aus der Juhe, die mit Instrumenten und Chorgesang das werte Publikum unterhielten, und dafür vom Patron ein Eis bekamen.

 

Klettersteigtechnisch dann am letzten Tag der Höhepunkt mit der Begehung der Legende, dem Klassiker Via attrezzata Monte Albano ( K 5 ), genannt Mori-Steig. Relativ kurz, aber alle notwendigen Elemente: knackiger Einstieg, Quergängen mit schmalen Trittleisten, überhän-genden Stahlbügelfolgen, Kamine und sehr viel Luft unter den Füßen. Einfach klasse, ein würdiger Abschluß einer Ausfahrt mit täglichem Klettersteig, dem südländischen Flair, einer zentralen Unterkunft, bekömmlichem Essen und Badeeinlagen. Auf ein Wiedersehen am See.

 

Bilder und Text Karl Ostermann