Zupalseehütte/Blick auf Großvenediger Foto: Karin Graf

Am Sonntag früh begann die Fahrt nach Osttirol im gemieteten Neun-Sitzer Bus. Die Fahrt endete für die sieben Teilnehmer ganz hinten im Virgental.

Vom Parkplatz Ströden 1403 m ging es teilweise steil bergauf durch die Iselschlucht dem Wasserschaupfad Umbalwasserfall entlang zur ältesten Hütte Osttirols - der Clarahütte 2036 m. Nach einem gemütlichen Nachmittag oder auch einem Spaziergang Richtung Umbalkees verbrachten wir eine ruhige Nacht im Zirbenholzbett.

Der zweite Tag war zuerst sonnig dann aber zunehmend bewölkt. Die Wolken sollten uns dieser Tage so erhalten bleiben. Durch das steil abfallende Dabertal ging es zuerst ansteigend, dann aber gemütlich flach zur Neuen Reichenberger Hütte 2586 m. Der Hüttenwirt dort war etwas besorgt wegen der anhaltenden Trockenheit und einhergehenden Wasserknappheit und hat schon vorgesorgt: Der Schlauch im nahen Bödensee lag schon bereit, obwohl dieser deutlich sichtbar auch schon bessere und gefüllte Tage gesehen hat. Da der Regen ausblieb, machten 5 noch einen bequemen Gipfel, den Bachlenkenkopf 2759 m.

Der dritte Tag blieb spannend; Haben die Meteorologen recht oder „hebt es“ auf unserem längsten und Höhenmeter-intensivsten Abschnitt auf dem Lasörling Höhenweg? Über die Scharten Rote Lenke, Michltalscharte und dem höchsten Punkt der Tour, Prägrater Törl 2853m, folgte der steile Abstieg durch eine mit Geröll gefüllte Scharte. Unten angekommen verarbeiteten wir das angestaute Adrenalin bei einer späten Mittagsrast mit Blick auf den Lasörling 3098 m. Als dann der nur 300 m höhere Gipfel von Wolken verdeckt war ging es dann doch die letzte halbe Stunde bei leichtem Regen zur Lasörlinghütte 2293 m.

Am vierten Tag entschied Karin bei jeder Wegkreuzung, wie wir weitergingen, denn die dunklen Wolken hingen immer noch tief nach einer regenintensiven Nacht. Jedoch war es wieder besser als die Wetter Prognosen und der Tag verlief nach Plan: über den Hohen Gang zum Speikboden 2653 m, der nochmals ordentlich die Muskeln und Gelenke beanspruchte; oben angekommen entschieden 2 den direkten Abstieg zur Hütte zu nehmen, die andern gingen mit wenig Höhenverlust über den Donnerstein und den Griften mit schönem Blick ins benachbarte Defereggental in einem Bogen zur Zupalseehütte 2346 m. Auch dieser See lud wegen seines Wasserstandes nicht wirklich zum Baden ein.

Am Morgen jedoch hatten wir den von Karin versprochenen Blick auf den Großvenediger beim Sonnenaufgang. Diese Hütte ist im Familienbesitz zusammen mit der Wetterkreuzhütte – bequem und erholsam in 1h am letzen Tag erreicht – um zuletzt noch mit dem Familien-Taxiunternehmen die letzten 1000 Hm den Knien zu ersparen und hinunter nach Virgen bzw dem Parkplatz zu gelangen. Zwischen 18 und 19 Uhr waren dann alle 7 Teilnehmer sowie die Wanderleiterin Karin wieder glücklich im Ländle angekommen.

Bilder und Text: Karin Graf